amarcord

amarcord

Dienstag, 24.7.2018, 20 Uhr, Großer Saal in der HMT Leipzig

Unverwechselbarer Klang, atemberaubende Homogenität, musikalische Stilsicherheit und eine gehörige Portion Charme und Witz sind die besonderen Markenzeichen von amarcord. Das äußerst facettenreiche und breitgefächerte Repertoire umfasst Gesänge des Mittelalters, Madrigale und Messen der Renaissance, Kompositionen und Werkzyklen der europäischen Romantik und des 20. Jahrhunderts sowie A-cappella-Arrangements weltweit gesammelter Volkslieder und bekannter Songs aus Soul und Jazz. Das Vokalensemble ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe (Tolosa/Spanien, Tampere/Finnland, Pohlheim/Deutschland, 1. Chor-Olympiade in Linz/Österreich).

Das Konzert zum IAML-Kongress greift zwei bedeutende Leipziger Musiktraditionen auf. Mit Chorälen aus dem heute in der Universitätsbibliothek aufbewahrten Thomas-Graduale widmet sich das Ensemble der Musizierpraxis, wie sie im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts an der Leipziger Thomaskirche gepflegt wurde. Vokalsätze der Leipziger Konservatoriumslehrer Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, Carl Reinecke und weiterer lassen das bürgerliche Musikleben des 19. Jahrhunderts lebendig werden.

Vor dem Konzert bietet die Universitätsbibliothek (Beethovenstr. 6, Forschungslesesaal, 4. Obergeschoss) die Möglichkeit, das Thomas-Graduale zu besichtigen.

Leipziger Synagogalchor

Leipziger Synagogalchor, Foto: Anne Hornemann

Mittwoch, 25.7.2018, 19-20 Uhr, Leipziger Stadtbibliothek, Oberlichtsaal

Der Leipziger Synagogalchor ist das einzige deutsche Ensemble, das sich ausschließlich auf jüdische Chormusik in all ihren Facetten spezialisiert hat. Seit 1962 bringt der Chor die Meisterwerke der Synagoge – die während der Naziherrschaft beinahe ausgelöscht worden wären – wieder regelmäßig zum Klingen. Ebenso sind jiddische Lieder in virtuosen und kunstvollen konzertanten Bearbeitungen ein Schwerpunkt im Repertoire des Chores – und beliebt beim Publikum.

In einer umjubelten Israel-Tournee im November 2017 sowie in zahlreichen Konzerten in Deutschland, vielen europäischen Ländern, Südafrika, Brasilien und den USA hat sich der Chor als kompetentes und sympathisches Ensemble einen Namen gemacht.

Auszeichnungen wie der Kunstpreis der Stadt Leipzig, der Stern der Völkerfreundschaft in Gold und zuletzt der 2017 verliehene Obermayer German Jewish History Award zeugen von der überregionalen Ausstrahlung und der Botschafterfunktion des Ensembles für internationalen und interreligiösen Dialog.

Seit 2012 ist Ludwig Böhme Künstlerischer Leiter des Leipziger Synagogalchores. Böhme, einst Mitglied des Leipziger Thomanerchores, studierte Chordirigieren und leitet ebenso den Kammerchor Josquin des Préz, unterrichtet an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater und ist Gründer und Bariton des Calmus Ensembles.

Die Vielfalt jüdischer Musik – synagogal und jiddisch, von der Renaissance-Motette bis zum derben Trinklied – wird der Chor in seinem Konzert zum IAML-Kongress zusammen mit Falk Hoffmann (Tenor) und Tilmann Löser (Klavier) präsentieren.

Katholische Kirchenmusik des Dresdner Hofs

Sächsisches Vocalensemble

Donnerstag, 26.7.21018, 20 Uhr, Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli

Unter der Regentschaft Augusts des Starken entwickelte sich der Dresdner Hof zu einem europäischen Zentrum barocker Prachtentfaltung. Nach der Konversion des Herrschers vom lutherischen zum katholischen Glauben wurde in Dresden besonders gezielt die katholische Hofmusik gefördert. So schufen der „Compositeur de la musique italienne“ Giovanni Alberto Ristori (1693-1753), der Hofkapellmeister Johann David Heinichen (1683-1729) und bald auch der Kontrabassist Jan Dismas Zelenka (1679-1745) ein Repertoire herausragender Werke für die Gottesdienste oder bearbeiteten fremde Kompositionen für den Dresdner Gebrauch. Wie große Teile der Dresdner Hofmusik werden diese Werke heute in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) aufbewahrt, wo sie Wissenschaftlern und Musikern zur Verfügung stehen. Die Quellen des Konzerts können im Rahmen der Post Conference Tour besichtigt werden.

Es erklingen:

  • Giovanni Alberto Ristori: Litaniae des Sancto Xaverio (Mus.2455-D-1)
  • Jan Dismas Zelenka: Miserere d-moll ZWV 56 (Mus.2358-D-504)
  • Johann David Heinichen: Laudate pueri, Laetatus sum, Nisi Dominus und Lauda Jerusalem (Mus. 2398-D-33)

Das Konzert wird vom Sächsischen Vocalensemble und der Batzdorfer Hofkapelle, unter der Leitung von Matthias Jung, gestaltet. Die beiden international renommierten Ensembles fühlen sich der Dresdner Musiktradition verbunden und arbeiten regelmäßig mit den Quellenbeständen der SLUB.